30 Jahre Löwenherz


Die Sichtbarkeit ist entscheidend für den Erfolg der Emanzipationsbewegung, die sich gegen Verschweigen und Verstecken stellt. Die Buchhandlung Löwenherz in Wien, gegründet 1993, kämpfte gegen ein damaliges Werbeverbot für Homosexualität an und wurde sogar gerichtlich angegriffen. Trotz legaler Unsicherheiten und mit einem Privatkredit eröffnet, wurde sie zu einem wichtigen Ort für die LGBTIQ+ Gemeinschaft. Über 30 Jahre hinweg entwickelte sich die Buchhandlung zu einem kulturellen Zentrum mit Lesungen, Diskussionen, Online-Veranstaltungen und einem eigenen Podcast. Durch Renovierungen und Erweiterungen, finanziell unterstützt durch die Auszeichnung als "Buchhandlung des Jahres" 2020, konnte Löwenherz seine Attraktivität steigern und sich als kompetente Anlaufstelle auch außerhalb der LGBTIQ+ Community etablieren.

Biografien, Autobiographien

Angela Lembo-Achtnich: Ich bin auch Jonathan
Als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet Jonny Fischer den Jungen, der er einst gewesen ist. Auf den Namen Jonathan getauft, wuchs er in einem streng christlichen Elternhaus auf. Für bedingungslose Liebe war kein Platz. Als Jonathan zehn war, gründete sein Vater eine radikale Glaubensgemeinschaft und teilte die Welt noch mehr als zuvor in Gut und Böse ein. Obwohl Jonny Fischer als Teenager dem Sektenjungen Jonathan den Rücken kehrte, seinen Namen änderte und am Lehrerseminar in Zug ein neues Leben begann, konnte er sich der Prägung, die er in seiner Kindheit erfahren hatte, nie ganz entziehen. Erst recht nicht, als er sich einzugestehen begann, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Sosehr er sich auch bemühte, er fand nicht, wonach er suchte. Jonny Fischer verausgabte sich bis zur Erschöpfung. Verletzungen, Schlaflosigkeit, Alkohol in rauen Mengen und 2012 der Zusammenbruch, der in einer Klinik endete. Der Weg aus der Krise führte ihn in die dunkelsten Winkel seiner Vergangenheit und zur Erkenntnis, dass er Anerkennung und Liebe zuallererst bei sich selbst suchen musste. In diesem Buch schildert er die Versöhnung mit seiner Geschichte, die Versöhnung mit Jonathan.

17,90 €*
Geoffroy de Lagasnerie: 3 - Ein Leben ausserhalb
Ein Lob der Freundschaft als Lebensform: Geoffroy de Lagasnerie, Didier Eribon und Édouard Louis. De Lagasnerie als junger Lebenspartner von Didier Eribon und als Freund von Edouard Louis entwirft eine neue sozialwissenschaftliche Sicht auf Freundschaft. Freundschaft lässt sich weder beschließen noch vertraglich regeln. Sie entzieht sich der gesellschaftlichen Ordnung, die Paarbeziehung und Familie ins Zentrum stellt. Darin besteht ihre subversive Kraft als Ort der Zugehörigkeit, der Identität und Kreativität. Von Aristoteles über Montaigne und Michel Foucault hat sich eine Philosophie der Freundschaft entwickelt, die de Lagasnerie auf persönliche und originelle Weise fortschreibt.

26,80 €*
Diarmuid Hester: Nothing Ever Just Disappears
Nothing Ever Just Disappears retraces the footsteps of some of the twentieth century's most remarkable queer writers and artists. Moving through their homes and haunts, it explores the deep connections between where they lived, who they were and the iconoclastic art and literature they created. In search of a new history of queer culture, Diarmuid Hester travels from Cambridge's ancient cloisters to the smoky clubs of Jazz Age Paris, through the bunkers of Nazi-occupied Jersey to the newly-liberated gaybourhoods of New York and beyond. Authoritative and not a little irreverent, Hester brings to life the bars and basements, homes and studios, cities and landscapes that shaped the sexual identities of such extraordinary figures as E. M. Forster, Josephine Baker, James Baldwin and Derek Jarman. Featuring Derek Jarman, E. M. Forster, London's queer suffragettes, Josephine Baker, Claude Cahun, James Baldwin, Jack Smith and Kevin Killian.

39,95 €*
Felix Nieder: Als mein schwules Ich erstarb
»Wie tolerant ist unsere Gesellschaft eigentlich wirklich gegenüber Vielfalt?« Das erfolgreiche Männermodel begibt sich auf eine intensive Reise, die hinter die Kulissen der schillernden Modewelt führt und gleichzeitig die tiefsten Abgründe des eigenen Selbst erforscht. Von seiner Kindheit, geprägt von Selbstzweifel und Selbstverleugnung, über seine ersten Erfolge auf dem Catwalk bis hin zu Mobbing auf Social Media und im wahren Leben - Felix gibt tiefe Einblicke in seinen Kampf um Akzeptanz in der Gesellschaft und für sich selbst als schwuler Mann. Er öffnet die Türen zu einer inklusiven Gesellschaft, in der Vielfalt gefeiert, aber nicht durch Pink-Washing benutzt wird. Unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlecht können Leserinnen und Leser wertvolle Erkenntnisse aus Felix? Geschichte ziehen. Felix Nieder ist auf den Laufstegen dieser Welt. Er ist eines der meistgebuchten deutschen männlichen Models, der mit seinen leuchtend blauen Augen, blonder Wuschelmähne und Vampirzähnen auffällt. Felix macht sich selbst zur Marke, indem er die Geschlechtergrenzen in der Mode sprengt. Die Medien betiteln ihn als DAS Genderfluid-Model. Felix nutzt seine mediale Präsenz, um kritisch zu queeren Themen äußern und um Missstände in der Modewelt aufklären zu können.

22,70 €*
Andrej Seuss: Kunst, Bohème und Rinderzucht
Ein schillerndes Leben zwischen den Welten: Wolfgang Baron von Harder (1897-1962) war Schöngeist, linker Aristokrat, an Lebensreform und sozialistischen Ideen orientiert, großer Kunstliebhaber, Dichter und Publizist ? und als Homosexueller ein Außenseiter. Die große Zäsur seines Lebens stellte 1934 die Flucht vor den Nationalsozialisten zur elterlichen Rinderfarm ins argentinische Entre Rios dar. Neben der Leitung der elterlichen Farm, wofür er keinerlei Kompetenz mitbrachte, fand er seine Lebensrolle darin, die europäische Künstlerkultur nach Südamerika zu bringen. Mit vielen seiner europäischen Freunde, die durch den Nazi-Terror in die ganze Welt verstreut worden waren, blieb nur der Briefkontakt, den er intensiv betrieb ? diese erstmals ausgewerteten Briefe sind eine wichtige Quelle für die Darstellung seiner künstlerischen Netzwerke, seiner Brückenfunktion und nicht zuletzt eines intensiv beschriebenen Zeitgefühls in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Biografie von Harders zeichnet ein Leben in einem Zeitalter der Extreme nach, in die der Baron politisch und als Mensch nicht passte. Das Buch charakterisiert diese Zeit aus der Perspektive eines kunstsinnigen Intellektuellen und ermöglicht einen intimen Einblick in europäisch-südamerikanische Netzwerke, Gepflogenheiten, Verbindungen und Themen der Kunstszene der Zwischenkriegszeit

18,50 €*

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